Mahnwache zur Erinnerung an politisch Gefangene und “Verschwundene” in China

Am 10.12., dem Tag der Menschenrechte organisierten wir eine Lichter-Mahnwache auf der Kö. In diesem Jahr erinnerten wir exemplarisch an drei Frauen in China, deren Leben, Gesundheit und Selbstbestimmungsrecht durch die chinesische Regierung akut gefährdet sind.

Hayrigul Niyaz und ihre Familie sind Uigur_innen, eine der ethnischen Gruppierungen, die unter dem Deckmantel der “Terrorismusbekämpfung” und des Vorgehens gegen “religiösen Extremismus” in der chinesischen Provinz Xinjiang willkürlichen Inhaftierungen und systematischen Misshandlungen ausgesetzt sind. Sie wurde 2017 inhaftiert, nachdem sie im Ausland studiert hatte. Es wird vermutet, dass sie sich in einem Internierungslager oder im Gefängnis befindet. Hayrigul hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand ihrer Wahl oder Kontakt zu ihrer Familie.

Bereits an ihrem 36. Geburtstag am 28.10. organisierten wir eine Mahnwache vor dem chinesischen Konsulat in Düsseldorf.

Setze Dich hier für die Freilassung von Hayrigul Niyaz ein!

Zhang Zhans Leben ist in Gefahr. Sie wurde inhaftiert, da sie unabhängig über die Corona-Pandemie in China berichtete. Die Bürgerjournalistin führt ihren eingeschränkten Hungerstreik aus Protest gegen ihre Inhaftierung fort. Sie wiegt weniger als 40 kg und schwebt in akuter Lebensgefahr. Die Sorge ihrer Familie, dass sie diesen Winter nicht überlebt, nimmt täglich zu. Am 14. Oktober erfuhren ihre Angehörigen durch einen Videoanruf, dass Zhang Zhan erneut zwangsernährt wurde. Sie war elf Tage lang gefesselt, um so zu verhindern, dass sie ihre Ernährungssonde entfernt. Diese Maßnahme verstößt gegen das absolute Verbot von Folter und anderen Formen der Misshandlung in Haft.

Setze Dich hier im Rahmen des Briefmarathons für Zhang Zhan ein!

Die international erfolgreiche Tennisspielerin Peng Shuai hatte Anfang November auf dem Twitter ähnlichen Medium Weibo berichtet, vom chinesischen Vize-Premierminister Zhang Gaoli sexuell missbraucht worden zu sein. Ihr Eintrag wurde von der Regierung gelöscht, genauso wie viele zahlreiche Internetbeiträge, die über Peng Shuai berichteten. Über zwei Wochen fehlte von Peng Shuai jede Spur. Spätere Äußerungen wertet die WTA als unter Zwang getätigt.